Pläne schmieden

Kapitel 11, Quontos

Die letzte Stunde war so schnell an mir vorbei gezogen, als wären es nur wenige Minuten gewesen. Erst die feierliche Rede der Gryffs, dann die Verabschiedung meiner Familie und die Glückwünsche von allerhand Bekannten und anschließend die Öffnung des Steinernen Tors, welches direkt in das Levelorium führte.
Nun standen wir also hier. Der Quontos hatte endlich begonnen! Keine wagen Vorstellungen mehr, die man im Kopf hatte, jedes Mal wenn man an den Moment dachte, in welchem man das Levelorium betrat. Der harte Boden unter meinen Füßen war echt, die Luft und das Zwitschern der Vögel ebenfalls. Unter normalen Umständen, hätte ich mich wie in einem ganz normalen Wald gefühlt, doch das war der Quontos! Der tödliche Test, den nur wirklich begabte Jugendliche mit dem Willen und der Stärke dazu bezwangen.

Reizbar und neunmalklug

Kapitel 10, Quontos

Wir und alle anderen Jugendlichen um uns herum applaudierten laut, während die meisten Begleiter stumm dastanden und uns anstarrten. Ich schaute mich nach meinen Eltern um. Sie standen etwas abseits, hielten sich an den Händen und anscheinend versuchte meine Mutter nicht in Tränen auszubrechen.
Das war er! Genau dieser Blick war es, der mich und so viele andere hier auch, zum Quontos anstachelte. Die aller wenigsten Erwachsenen trauten ihren Kindern zu, dass sie es überleben könnten. Wir wollten ihnen das Gegenteil beweisen und den Quontos unversehrt überstehen. Und das würden wir auch! Wir würden ihnen allen beweisen, was in uns steckt!

Die Gefahren

Kapitel 9, Quontos

Robyn! Sie war hinter Xenia aufgetaucht und lächelte breit. Jenn war die erste, die Rob umarmte. Danach begrüßten Zenn und ich sie mit unserem Handschlag. Mit breitem grinsen fragte Zenn, was Robyn und ihre Mutter bei den Durnens gewollt hatten. Ich wäre am liebsten im Boden versunken, als er mich auch noch breit angrinste. „Mrs Durnens wollte meine Mutter wegen dem Kräuterlikör von letzter Woche sprechen.“, erklärte Rob und musterte Zenn etwas skeptisch, als er laut anfing zu lachen. Ich trat ihm unauffällig gegen das Schienbein: „Ich glaube, die Aufregung tut ihm nicht gut!“

Ruhe bewahren

Kapitel 8, Quontos

Ich drehte mich einmal um mich selbst. Alles war voller Makider. Darunter meine Teamkameraden ausfindig zu machen, wäre unmöglich gewesen, wenn wir uns nicht einen Treffpunkt ausgemacht hätten. Um diesen zu erreichen, kämpfte ich mich – gefolgt von meiner Familie – quer durch die Masse. Ich steuerte auf den Riesenwurzler zu, eine seltene Baumart auf unserem Planeten. Dieses Exemplar war besonders einzigartig, denn es wand sich spiralförmig in die Höhe. Wir hatten diese Stelle gewählt, weil wir geahnt hatten, dass sich alle anderen beim Turm in der Mitte des Platzes treffen wollten. Der Baum stand etwas abseits von dem ganzen Trubel, doch man bekam alles Wichtige mit.

Die Nächsten

Kapitel 7, Quontos

Ich drehte mich um. Jenn. Sie sprudelte ohne Luft zu holen los: „Tut mir leid, dass ich das einfach so ausgeplaudert habe, aber ich war so aufgeregt. Rob und ich reden da jetzt schon seit Jahren drüber und dann passiert es ausgerechnet hier und jetzt, wo ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe…“ „Alles in Ordnung, Jenn“, unterbrach ich sie lächelnd. Ich hatte, um ehrlich zu sein, die Sorge, sie würde während des Sprechens aufgrund von Luftmangel blau anlaufen. „Wenn du es nicht angesprochen hättest, wäre Zenn derjenige gewesen, welcher!“ „Da kannst du Gift drauf nehmen.“, auf einmal tauchten hinter mir auch noch Zenn und Rob auf.

Ein Engel

Kapitel 6, Quontos

„Ihr seid jetzt also wirklich zusammen?“, vergewisserte sich Sky nun schon zum dritten Mal. Robyn und ich nickten (immer noch etwas zögernd). Die Zeit, die Zenn und ich mit Holz sammeln und plaudern zugebracht hatten, hatte Jenn genutzt, die Neuigkeiten lauthals herum zu posaunen. Sie hatte Rob und mich beim küssen erwischt, doch sah es ihrem Bruder sehr viel ähnlicher, große Neuigkeiten so direkt auszusprechen.
Um von dem Thema abzulenken, fragte ich, wie die Mission verlaufen war. Nach einer kurzen Stille begann Amphos zurückhaltend zu sprechen, als wolle er den anderen die Möglichkeit geben, dazwischen zu reden. Diesen Gefallen taten sie ihm jedoch nicht. „Die Adleraugen haben ihren Standort gewechselt. Wir haben ihr neues Quartier noch nicht entdecken können und von den Höheren auch keine Spur.“ „Das ganze hat also nichts gebracht?“, fragte ich skeptisch. Ein beschämtes Lächeln von Sky: „Aber sieh es mal so: wenn sie ihr Quartier wechseln, haben sie etwas zu verbergen.“ „Ja, Sky hat recht! Und wenn du jetzt noch außer Acht lässt, dass das vorher schon klar war, haben wir echt Fortschritte gemacht!“, meinte Kyra mit unüberhörbarer Ironie in der Stimme.

Das Hauptquartier

Kapitel 5, Quontos

Ich wusste nicht wieso – noch nicht mal wie genau – aber irgendwie hatte ich mich vor gebeugt und meine Lippen auf Robyns gelegt. Ganz vorsichtig hatte ich sie zu küssen begonnen. Anfangs hatte ich Angst gehabt, ich hätte das ganze Gespräch vielleicht nur geträumt, doch spätestens als Robyn den Kuss erwiderte und mit ihren Fingern durch meine Haare glitt, wusste ich, dass ich damit falsch lag.

Unausgesprochene Worte

Kapitel 3, Quontos

„Komm schon, Rob! Du liebst ihn, er liebt dich! Das geht doch jetzt schon seit Jahren so! Wo ist da das Problem?“ In diesem Moment war ich dann doch sehr froh darüber, nur geistig anwesend zu sein. Sich diese Fragen von Zenn anzuhören, war mir schon unangenehm, wenn wir beide allein waren. Jetzt stellte er sie Robyn (im bei sein von Jenn).
Um ehrlich zu sein, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Rob in mich, Cedric Tukk, verliebt war. Wir kannten uns nun schon seit so vielen Jahren und waren eng befreundet. Zenn sagte, eng genug für eine Beziehung, ich sagte, zu eng für eine Beziehung. Mit Jenn hatte ich noch nie darüber geredet, aber von ihrem Bruder wusste ich, dass sie wohl ähnliche Gespräche mit Rob führte. Woraus genau diese bestanden und vor allem wie sie endeten, kam in seinen Berichten nie vor. Er meinte, es wäre nicht nötig Zeit und Energie dafür zu verschwenden, Jenn darüber auszuquetschen – es würde nichts bringen – doch mir war natürlich bewusst, dass er mehr wusste, als er zugab.

Mit geschlossenen Augen

Kapitel 2, Quontos

Ein Zischen, ziemlich leise, aber für mich nicht zu überhören, durchschnitt die Luft. Hinter dem Busch hörte ich gedämpftes Stöhnen. Schlafgas! Ich sprang auf die Beine und machte, dass ich wegkam. So schnell ich konnte, rannte ich den Berg hinunter, wich Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen so gut es ging aus. Immer wieder flogen mir Äste oder Blätter ins Gesicht – ich blieb nicht stehen, rannte nur blindlings geradeaus weiter. Der altbekannte Geruch des Schlaggases, kroch mir langsam in die Nase und ich wusste, dass ich nicht schnell genug war. Im nächsten Moment sprang ich über einen umgeknickten Baum, blieb hängen, riss mich panisch los und stolperte. Stolperte und kugelte den steilen Abhang hinunter. Krachte gegen allerhand am Boden liegende Dinge und wurde von meinem eigenen Schwung weiter gerissen. Überschlug mich mehrmals selbst und schlitterte weiter. Krachte mit dem Rücken gegen etwas, schlug dann mit dem Hinterkopf auf kaltem, nassem Stein auf und verlor das Bewusstsein. Das letzte was ich sah, war ein Paar mir bekannter grüner Augen, bevor es um mich herum schwarz wurde.