Das Hauptquartier

Kapitel 5, Quontos

Ich wusste nicht wieso – noch nicht mal wie genau – aber irgendwie hatte ich mich vor gebeugt und meine Lippen auf Robyns gelegt. Ganz vorsichtig hatte ich sie zu küssen begonnen. Anfangs hatte ich Angst gehabt, ich hätte das ganze Gespräch vielleicht nur geträumt, doch spätestens als Robyn den Kuss ziemlich intensiv erwiderte und mit ihren Fingern durch meine Haare glitt, wusste ich, dass ich damit falsch lag.

Unausgesprochene Worte

Kapitel 3, Quontos

„Komm schon, Rob! Du liebst ihn, er liebt dich! Das geht doch jetzt schon seit Jahren so! Wo ist da das Problem?“ In diesem Moment war ich dann doch sehr froh darüber, nur geistig anwesend zu sein. Sich diese Fragen von Zenn anzuhören, war mir schon unangenehm, wenn wir beide allein waren. Jetzt stellte er sie Robyn (im bei sein von Jenn).
Um ehrlich zu sein, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Rob in mich, Cedric Tukk, verliebt war. Wir kannten uns nun schon seit so vielen Jahren und waren eng befreundet. Zenn sagte, eng genug für eine Beziehung, ich sagte, zu eng für eine Beziehung. Mit Jenn hatte ich noch nie darüber geredet, aber von ihrem Bruder wusste ich, dass sie wohl ähnliche Gespräche mit Rob führte. Woraus genau diese bestanden und vor allem wie sie endeten, kam in seinen Berichten nie vor. Er meinte, es wäre nicht nötig Zeit und Energie dafür zu verschwenden, Jenn darüber auszuquetschen – es würde nichts bringen – doch mir war natürlich bewusst, dass er mehr wusste, als er zugab.

Mit geschlossenen Augen

Kapitel 2, Quontos

Ein Zischen, ziemlich leise, aber für mich nicht zu überhören, durchschnitt die Luft. Hinter dem Busch hörte ich gedämpftes Stöhnen. Schlafgas! Ich sprang auf die Beine und machte, dass ich wegkam. So schnell ich konnte, rannte ich den Berg hinunter, wich Bäumen, Büschen und anderen Pflanzen so gut es ging aus. Immer wieder flogen mir Äste oder Blätter ins Gesicht – ich blieb nicht stehen, rannte nur blindlings geradeaus weiter. Der altbekannte Geruch des Schlaggases, kroch mir langsam in die Nase und ich wusste, dass ich nicht schnell genug war. Im nächsten Moment sprang ich über einen umgeknickten Baum, blieb hängen, riss mich panisch los und stolperte. Stolperte und kugelte den steilen Abhang hinunter. Krachte gegen allerhand am Boden liegende Dinge und wurde von meinem eigenen Schwung weiter gerissen. Überschlug mich mehrmals selbst und schlitterte weiter. Krachte mit dem Rücken gegen etwas, schlug dann mit dem Hinterkopf auf kaltem, nassem Stein auf und verlor das Bewusstsein. Das letzte was ich sah, war ein Paar mir bekannter grüner Augen, bevor es um mich herum schwarz wurde.

Die Bewahrer der Himmelslichter

Kapitel 1, Quontos

Atemlos blieb ich stehen. Ich wollte weiter hinauf, doch waren meine Beine auf einmal so schwer wie Blei. Statt den schmalen Trampelpfad also weiter hinauf zu rennen, schleppte ich mich mit letzter Kraft hinter einen dicht bewachsenen Busch, hinter dem ich unbemerkt zusammenbrechen konnte. Um mich herum, begann sich alles zu drehen. Sogar die Geräusche schienen in einer Art Spirale an meinen Ohren vorbei zu rauschen. Ein paar Vögel zwitscherten, der Wind wehte durch die Baumkronen und erzeugte ein gleichmäßiges Rauschen der Blätter, in der Nähe knackte ein Ast, Schritte… Schritte? Augenblicklich presste ich die Hand auf meinen Mund. „Weit kann er nicht sein!“, schrie Dan Polker – der Anführer der „Höheren“. Es folgte zustimmendes Grölen seiner Gefährten. Sie verfolgten mich bereits seit vier Stunden. Anfangs waren sie zu neunt gewesen, aber Spex war vor unseren Augen von einem Berglöwen zerfetzt worden und der kleine Bruder von Igor Cuze – ich wusste weder wie er hieß, noch wie er es in dem Alter zum Quontos geschafft hatte – war in ein Erdloch gefallen, sodass es nur noch sieben Verfolger waren, die Nutzen aus unseren Fortschritten ziehen wollten. Ich sollte wohl entweder als Geisel dienen oder gefoltert werden, bis ich sprach. Wobei das natürlich niemals passieren würde! Ich würde nie im Leben meine Leute verraten, das hatte ich geschworen und würde es auf ewig durchziehen!