Ein gedeckter Esstisch

Kapitel 21, Marendie

„Das ist dein neues Zimmer.“, meinte Tante Lucy. Ich schaute mich um. Es hatte gewisse Ähnlichkeiten mit dem Zimmer, dass ich bei Opa hatte. Vor allem das Bett kam mir sehr bekannt vor. Es war Rund, bedeckt mit mindestens einer Millionen Kissen und Decken und hing an dünnen Seilen befestigt an der Zimmerdecke. „Ist das…“, so eine große Ähnlichkeit konnte es nicht geben, deshalb wollte ich fragen, doch das musste ich gar nicht. Meine Tante schien mit der Frage gerechnet zu haben: „Ja, das ist dein Bett. Ich habe es aus Papas Haus geholt. Dachte du fühlst dich so wohler.“ Eigentlich wollte ich etwas sagen, doch ich konnte nicht, weil mir ein Klos im Hals steckte. Ja, ich fühlte mich wohl hier!

Freier Fall und Tarnzauber

Kapitel 20, Marendie

Ich sollte Leopold vertrauen? Wie stellte er sich das vor? Er war fast durchgängig fies zu mir und im Gegensatz zu seinen Geschwister nicht mein Freund. Ich blickte zwischen ihm und dem Himmel hin und her. Wie konnte ein Nachkomme von Jupter Gentie nur so ein Feigling sein, schoss es mir plötzlich durch den Kopf.
„Es ist einfach Angst zu haben, die Verlockung nachzugeben ist groß, aber man muss dem widerstehen und ich bin mir sicher, dass du das kannst.“ Was? Ich starrte Leopold fassungslos an. Woher hatte er das? Ich schloss kurz die Augen um mich zu sammeln, ein Donnergrollen lies mich wieder aufsehen. Leopold war verschwunden. Er war von einem Blitz erfasst worden…
Einen Moment lang blieb ich stehen, dann schluckte ich die in mir aufsteigende Angst hinunter. „Du kannst das!“, sagte ich zu mir selbst und ging entschlossen auf die Mitte der Lichtung zu. Das Unwetter über mir tobte, wie eine Herde wild gewordener Nashörner. Die Luft war heiß und erfüllt von allerlei gruseligen Geräuschen, doch ich lief einfach weiter. Vor meinem inneren Auge sah ich sie. Die zwei Menschen die mir auf der Welt am meisten bedeuteten. Opa und Carlos, mein im Koma liegender Bruder. Die beiden hatten mir schon immer Kraft gegeben, warum sollte es dieses Mal anders sein?
Ich hatte die Lichtung noch nicht mal erreicht, da hörte ich schon das Donnern. „Egal was passiert, du darfst nicht stehen bleiben!“, kam mir auf einmal in den Sinn. Das hatte Opa gesagt, als er mit mir auf die Schult zu gerannt war. Die Schlucht… jetzt wurde es mir klar. Die Schlucht damals war ein Portal gewesen und der merkwürdige Wald war in der Makiderwelt gewesen. Es machte alles einen Sinn…
Donnergegroll und weißes Licht ließen mich zusammenfahren. Es hatte mich umschlossen, war überall um mich herum. Ich konnte die Elektrizität in dem Licht sowohl sehen, als auch spüren, doch schien es einem Tornado ähnlich zu sein. Egal wie stark der Wind außen auch war, im Auge des Sturmes herrschte Windstille und Sicherheit. Genau so fühlte sich das auch an. Natürlich stand ich noch nie im Auge einer solchen Naturkatastrophe, aber das war ja auch nur ein Vergleich. Lange konnte ich eh nicht darüber nachdenken, denn kaum hatte mich der Blitz gepackt, zog er mich auch schon in die Luft.

Vertrauen in Blitze und Leopold

Kapitel 19, Marendie

„Na? Ausgeschlafen?“, fragte Clara. Ich gähnte: „Es ist erst halb fünf! Wie soll man da ausschlafen?“ Nanny Nini lachte. Wieso wusste ich nicht. Ich wusste schließlich gar nichts über sie, seitdem sich herausgestellt hatte, dass sie ein Makider war, was ehrlich gestanden immer noch nicht ganz in meinem Kopf angekommen war. „Wir fahren also zu Tante Lucy?“, fragte ich, eigentlich nur, um nicht im stehen ein zunicken. Gestern war es bei mir spät geworden. Nachdem Ben gegangen war, hatte ich noch etwas gelesen, um mehr über die Makiderwelt herauszufinden und tatsächlich habe ich etwas gefunden. Glücklicherweise hatte ich es mir auf einen Zettel geschrieben, denn sonst wäre es mir vor Müdigkeit einfach aus dem Gehirn gerutscht und in Vergessenheit geraten.

Fragen über Fragen

Kapitel 18, Marendie

„Was?“, fragten Benjamin und Clara wie aus einem Munde. Leopold starrte an die gegenüberliegende Wand: „Wenn die Kreats James getötet haben, Pirth aber seinen Dolch hat, heißt es, dass sie ihm und seinem Bruder gehorchen!“
„Wieso haben sie ihn ermordet?“, schluchzte Clara. Benjamin nahm sie in den Arm, doch auch ihm war der Schock anzusehen.
Schon wieder fühlte ich mich fehl am Platz. Obwohl ich diesen James nicht kannte, wurde ich traurig. War mein Opa nicht denselben Tod gestorben? Umgebracht von Kreats, Kreaturen, die in Opas Geschichten Platz fanden. Sie hatten keinen eigenen Willen und mussten beherrscht werden. Laut Opas Geschichten ist bisher jeder Versuch von guten Makidern die Kreats zu beherrschen, fehlgeschlagen. Sie waren irgendwie böse, aber auch vertrottelt. Trotzdem schafften sie es anscheinend Leute zu töten.

Die Wahrheit über Nanny Nini

Kapitel 17, Marendie

„Alles in Ordnung? Du blutest ja!“, stellte die Prinzessin – einem hysterischen Anfall nah – fest. Wie bitte? Beim letzten mal haben sich Leopold und Tüllkrönchen noch gesiezt! Hatte ich irgendwas verpasst? Außerdem war das ja wohl eine Frechheit! Ich hatte soeben das Leben von Benjamin und Leopold gerettet (meins, Claras und fälschlicherweise das von Tüllkrönchen vermutlich auch), stand nun unter Schock und alles woran diese eingebildete Ziege dachte war das wenige Blut, das Leopold über Stirn und Arm lief? Clara riss mich aus meinen Gedanken: „Wir müssen raus hier!“ Sie hob den Dolch auf und griff nach meiner Hand.

Das Osterhasen-Weihnachtslied

Weihnachtskalender

Heute kommt der Weihnachtsmann
Kommt mit den Geschenken
Orcas hat er vorne dran
Vor seinem‘ Bootgespann
Schaut euch seinen Mantel an
Schöner als die Mütze

Dümpelt auf ‘ner Scholle rum
Dieses Jahr war wirklich dumm
Wichtel lassen ihn im Stich
Essen schmeckt ganz fürchterlich
Doch so schrecklich ist es nicht
Hasen kochen Grütze

Feiert euer Weihnachtsfest
Dies Jahr war‘s ‘n harter Test
Trampeltier und Rentierfurz
Und die Zeit war viel zu kurz
Klimawandel ist uns schnurz
Leben auf ‘ner Pfütze