Fliegende Messer

Kapitel 14, Quontos

Die Diskussion hatte länger gedauert, als erwartet. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen, doch wir waren uns sicher, dass auch die uns nicht vor den Höheren schützen würde. Richtige Jäger waren Nachtaktiv und da es vermutlich zu gefährlich gewesen wäre, zurück zu unseren Verstecken zu gehen, hatten wir uns gemeinsam mit den Adleraugen dazu entschlossen, hier oben auf dem Berg zu übernachten.
Ein Feuer zu entzünden befanden wir als zu auffällig. Deshalb erklärte sich Bloon freiwillig bereit, die Nachtwache zu übernehmen. Das war genau der richtige Job für ihn, denn er konnte klettern wie ein Affe. Von einem Baum aus, hatte er den perfekten Überblick über unser Umfeld. So konnten wir anderen ruhig schlafen.

Jumper

Kapitel 13, Quontos

Bloon und ich kamen aufgeregt am Treffpunkt an. Uns erwartete bereits die hochgewachsene Blondine, die zu den Adleraugen gehörte. „Ihr seit zu spät!“, meinte sie nur und führte uns dann wortlos einige Meter weiter, bis sie vor einem Trampelpfad stehen blieb, der einen Berg hinaufführte.
„Ein Berg?! Wie geheim!“, flüsterte mir Bloon zu. Ich kam nicht um ein Lächeln herum. Glücklicherweise schien das Mädchen es nicht gehört zu haben. „Das ist der einzige Weg rauf! Man könnte natürlich den Abhang hoch gehen, aber da liegen sehr viele umgeknickte Bäume und riesige Steinblöcke und der Berg ist recht steil…“ Bevor sie weiter sprechen konnte, hatte ich Bloon am Ärmel gepackt und ihn hinter mir her, den schmalen Pfad entlang gezogen. „Entschuldige uns, aber wir haben keine Zeit für Vorträge! Wir haben Neuigkeiten!“

Schlafgas

Kapitel 12, Quontos

Als ich an diesem Morgen vor unserem Versteck in der Felswand ankam, wurde ich schon von den anderen erwartet. „Du kannst da nicht hoch!“, rief mir Bloon schon von weitem entgegen. Ich sah verwundert nach oben, aber erkennen konnte ich nichts. Unser Versteck war einfach zu gut getarnt.
„Was ist los?“, fragte ich, als ich bei den anderen angekommen war. Alle neun standen da. Etwas beschämt sahen sie auf den Boden. „Uns ist da ein kleineres… naja… Missgeschick passiert!“, stotterte Falk verlegen. Meine rechte Augenbraue wanderte von ganz allein in die Höhe. „Leute, was ist passiert?“, diesmal stellte ich die Frage mit mehr Nachdruck. Jenn trat vor: „Wir haben doch vor zwei Tagen alle Zutaten für das Schlafgas zusammen gehabt und dann angefangen es herzustellen. Jetzt haben wir von irgendwas zu viel rein getan und…“ Sie stockte, blickte auf den Boden und mied Augenkontakt. Kein gutes Zeichen! Ich sah noch einmal in die Runde: „Sagt mir doch einfach was passiert ist!“

Pläne schmieden

Kapitel 11, Quontos

Die letzte Stunde war so schnell an mir vorbei gezogen, als wären es nur wenige Minuten gewesen. Erst die feierliche Rede der Gryffs, dann die Verabschiedung meiner Familie und die Glückwünsche von allerhand Bekannten und anschließend die Öffnung des Steinernen Tors, welches direkt in das Levelorium führte.
Nun standen wir also hier. Der Quontos hatte endlich begonnen! Keine wagen Vorstellungen mehr, die man im Kopf hatte, jedes Mal wenn man an den Moment dachte, in welchem man das Levelorium betrat. Der harte Boden unter meinen Füßen war echt, die Luft und das Zwitschern der Vögel ebenfalls. Unter normalen Umständen, hätte ich mich wie in einem ganz normalen Wald gefühlt, doch das war der Quontos! Der tödliche Test, den nur wirklich begabte Jugendliche mit dem Willen und der Stärke dazu bezwangen.

Reizbar und neunmalklug

Kapitel 10, Quontos

Wir und alle anderen Jugendlichen um uns herum applaudierten laut, während die meisten Begleiter stumm dastanden und uns anstarrten. Ich schaute mich nach meinen Eltern um. Sie standen etwas abseits, hielten sich an den Händen und anscheinend versuchte meine Mutter nicht in Tränen auszubrechen.
Das war er! Genau dieser Blick war es, der mich und so viele andere hier auch, zum Quontos anstachelte. Die aller wenigsten Erwachsenen trauten ihren Kindern zu, dass sie es überleben könnten. Wir wollten ihnen das Gegenteil beweisen und den Quontos unversehrt überstehen. Und das würden wir auch! Wir würden ihnen allen beweisen, was in uns steckt!

Die Gefahren

Kapitel 9, Quontos

Robyn! Sie war hinter Xenia aufgetaucht und lächelte breit. Jenn war die erste, die Rob umarmte. Danach begrüßten Zenn und ich sie mit unserem Handschlag. Mit breitem grinsen fragte Zenn, was Robyn und ihre Mutter bei den Durnens gewollt hatten. Ich wäre am liebsten im Boden versunken, als er mich auch noch breit angrinste. „Mrs Durnens wollte meine Mutter wegen dem Kräuterlikör von letzter Woche sprechen.“, erklärte Rob und musterte Zenn etwas skeptisch, als er laut anfing zu lachen. Ich trat ihm unauffällig gegen das Schienbein: „Ich glaube, die Aufregung tut ihm nicht gut!“

Ruhe bewahren

Kapitel 8, Quontos

Ich drehte mich einmal um mich selbst. Alles war voller Makider. Darunter meine Teamkameraden ausfindig zu machen, wäre unmöglich gewesen, wenn wir uns nicht einen Treffpunkt ausgemacht hätten. Um diesen zu erreichen, kämpfte ich mich – gefolgt von meiner Familie – quer durch die Masse. Ich steuerte auf den Riesenwurzler zu, eine seltene Baumart auf unserem Planeten. Dieses Exemplar war besonders einzigartig, denn es wand sich spiralförmig in die Höhe. Wir hatten diese Stelle gewählt, weil wir geahnt hatten, dass sich alle anderen beim Turm in der Mitte des Platzes treffen wollten. Der Baum stand etwas abseits von dem ganzen Trubel, doch man bekam alles Wichtige mit.