Tramta

Gajona, Kapitel 31

Als die Kutschen hielten, sprang Vanessa heraus und zog Ekaron, der betrübt aus der anderen Kutsche stieg, hinter sich her. Die beiden verschwanden hinter einer Palastmauer. „Oh, das riecht nach Blut!“, grinste Leon und handelte sich somit gleich eine leichte Ohrfeige ein. Die anderen schmunzelten, wurden aber sofort wieder erst. „Hoffen wir, dass sich die zwei wieder versöhnen.“, sagte Leon und sah Kate dabei bedeutungsvoll an. „Schon besser.“, meinte diese und gab Leon einen Kuss.

Ein paar Minuten später lagen alle in ihren Betten. Auch Ekaron und Vanessa. Ekaron hatte versprochen, das nächste mal gleich zu sagen, dass er kein guter Tänzer war.

Am nächsten Morgen gab es kein Frühstück. Alle hatten mit packen genug zu tun. Sie hatten ausgemacht, sich genau wie gestern, bereit für Tramta, an der Treppe vor der Eingangstür zu treffen. Kate war schon zehn Minuten vor der ausgemachten Zeit dort. Sie war sehr glücklich endlich wieder einmal nach Hause zu kommen.

Als Emma und Sina gähnend aus der großen Tür heraus traten, kam Kate hippelig auf sie zu. „Kommt! Gleich geht es los! Wir warten nur noch auf die Jungs.“ „Sorry“, entschuldigte sich Emma, „Wir mussten uns dann aber noch umziehen. Vanessa hat uns gesagt was Tramta für ein Planet ist und da …“ Bevor sie weiter sprechen konnte, kamen die Jungen dazu. Jeder von ihnen hatte eine Wollmütze auf und einen langen Schal um. Außerdem hatten sich alle in eng anliegende, dicke Winterjacken gezwängt. Vanessa, die hinter ihrem Halbzwilling stand, bekam einen Lachkrampf. „Wollt ihr auf Tramta sterben?“, fragte Vanessa unter Lachtränen. Emma und Sina kicherten und die vier Jungs waren verwirrt. „Nein, wir wollen nicht auf Tramta sterben. Wieso denn auch?“, fragte Tom, „Auf Tramta ist Winter, dass hat Ekaron heute festgestellt, also…“ Kate, die in einer kurzen Hose und einem sportlichen T-Shirt vor ihnen stand, sagte mit gespielt süßem Lächeln: „Kleine Info am Rande: Tramta ist ein Vulkanplanet. Wir haben insgesamt 2.837.520 Vulkane und es ist noch nie eine einzige Schneeflocke gefallen. Im Winter sind es bei uns 25°C, also würde ich euch empfehlen, etwas kürzeres anzuziehen.“ Vanessa schnipste und alle trugen kurze Klamotten. „Also los!“, rief Kate und beschwor ein Portal herauf, „Hast du dich von allen verabschiedet, Ekaron?“ Ekaron nickte und ging als erster durch das Portal. Die anderen folgten ihm.

„Kate!“, rief ein Mädchen und kam auf die acht zugerannt. Das Mädchen und Kate umarmten sich. „Darf ich vorstellen, meine große Schwester Kräinetta.“ Vanessa schüttelte ihrer zweiten Halbschwester die Hand. Im Gegensatz zu Kate und Vanessa, hatte Kräinetta keine Ähnlichkeit mit einer der beiden. Sie war groß und schlacksig, hatte viele lustige Sommersprossen auf der Nase und ihre Haare hatte sie sich blau gefärbt. Sie sah aus, wie ein Papagei, der in einen Farbtopf gefallen ist. Beim genaueren hinsehen, sah Sina, dass Kräinetta die gleichen Augen wie Kate hatte. „Toll euch alle kennen zu lernen!“ Leon zog Kate zur Seite: „Du hast eine Schwester? Warum hast du nie etwas über sie erwähnt?“ Kate zuckte die Schultern. „Tut mir einen Gefallen“, sagte Kräinetta gerade, „Nennt mich Nettie, bitte.“ Nettie passte viel besser zu der aufgeweckten Prinzessin. „Kommt, Dad wartet schon auf euch.“ Alle folgten Kate und Nettie.

„Daddy!“, schrie Kate und umarmte ihren Vater. „Hallo“, sagte dieser. Nun wandte er sich an Kate. „Strahlend wie immer!“, sagte er und rümpfte hochnäsig die Nase. Natürlich spielte er das nur. „Guten morgen Rip.“, antwortete Vanessa darauf mit einem Hofknicks. Sie lächelte. In den letzten Tagen hatte Vanessa immer gestresst gewirkt. Sie hatte nie wirklich gelächelt. Außer bei dem Fest, aber das war etwas anderes. „Ich habe euch die Zimmer im Nordflügel vorbereiten lassen. Um sieben Uhr gibt es Abendessen und spätestens um zehn werden die Lichter ausgemacht…“, sagte König Rip. Kate unterbrach ihn: „Moment, soll das heißen, dass du heute Abend nicht da bist?“ Der König sagte: „Es tut mir wirklich leid, aber ich schwöre, dass ich zur Party komme! Vielleicht sogar zum Abendbrot… Geht jetzt lieber gleich auf die Zimmer und du Nettie machst keinen Blödsinn!“ „Blödsinn? Ich?“, fragte Nettie geheimnisvoll grinsend. „Komm Kate, zeig uns die Zimmer!“, sagte Leon.

Leon lies sich auf eines der Betten fallen. Das Jungenzimmer war anders als er es sich vorgestellt hatte und auch die Mädchen waren sehr zufrieden mit ihrem Zimmer. Es war schöner als sie es von Kate erwartet hätten.

Ein Kommentar zu “Tramta

  1. Verglichen mit den allerersten Episoden, werden die Abschnitte immer besser. Auch der Erzählstil ist flüssiger und man kann der Handlung besser folgen, weil Sprünge zwischen den Szenen nicht mehr so groß sind…

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