Rollenspiel zu: Kleider machen Leute

Rollenspiele

Rollen:

Wirtin
Azubi
Schneider

Azubi steht im Wirtshaus

Azubi:
(zu den Gästen) Habt ihr schon gehört? Ein Adliger ist im Dorf. Alle reden darüber!

Wirtin:
(kommt angerannt – außer Atem – aufgeregt) Kindchen, Kindchen, hast du schon gehört? Ein Adliger ist im Dorf!

Azubi:
(verdreht die Augen – ironisch) Nein, das wusste ich ja noch gar nicht!

Wirtin:
(aufgeregt) Natürlich, weißt du das nicht. Das ist ja auch Top Siegfried!

Azubi:
Siegfried? Ja klar!

Wirtin:
Und weißt du, was das beste ist?

Azubi:
(genervt) Nein

Wirtin:
Er steht vor unserer Tür!

Azubi:
(erschrocken – offener Mund) Holla die Waldfee…

Wirtin:
(tätschelt Azubis Wange – klappt ihren Mund zu) Kein Grund die Milchzähne sauer werden zu lassen, Schätzchen! Also, ich werde unseren Gast begrüßen und herein bitten. Du wartest hier! (flüstert) Und schmeiß gefälligst diese Fettsäcke hier raus!

Wirtin eilt nach draußen und rennt auf den Schneider zu, den alle für einen Adeligen halten. Er schaut sich nervös um

Wirtin:
Seid gegrüßt, Eure Hochwohlgebohrenheit.

Schneider:
(verlegen) Ähm…

Wirtin:
Sagt nichts! Ich sehe es Euch an! Ihr seid hungrig und ich kann Euch beruhigen, denn zufälligerweise bin ich die Besitzerin des allerbesten Restaurants im Umkreis von… von überall. Jeder, der einen Namen hat, war bereits hier und hat eine fürstliche Mahlzeit eingenommen. Dieses Vergnügen wird Euch jetzt auch zuteil. Folgt mir bitte, Eure Durchlauchthaftigkeit

Wirtin eilt voraus und der Schneider folgt ihr hilflos

Wirtin:
(bietet dem vermeidlichen Adeligen einen Platz an) Setzt Euch doch, Majestätchen. Ich werde mich um den Wein kümmern und mein Küchenmädchen bereitet sogleich die beste Speise, die Ihr jemals gegessen haben werdet.

Gibt dem Azubi ein Zeichen – Azubi steht neben dem Tisch und schmachtet den Schneider an

Wirtin:
(verärgert) Ich sagte, das Küchenmädchen wird eine Mahlzeit bereiten!

Azubi reagiert wieder nicht – Wirtin packt sie am Arm und schleift sie in die Küche

Wirtin:
Du wirst jetzt das aller teuerste Essen kochen, was du auf der Karte finden kannst und es mit den edelsten Kräutern und Gewürzen verfeinern.

Azubi:
Aber das wird doch Schweine teuer!

Wirtin:
(schlägt sich mit der flachen Hand gegen die Stirn) Darum geht es doch! Egal, du kochst und ich werde unserem Gast den Wein servieren.

Wirtin geht in den Weinkeller, da steht nur noch eine Weinsorte, die weder teuer noch sonderlich schmackhaft ist

Wirtin:
(erschrocken) Oh nein! Was tue ich jetzt? Naja, ich habe nur eine einzige Möglichkeit…

Wirtin geht zurück zum Schneider, den sie immer noch für einen Adeligen hält

Wirtin:
Wir hätten hier den allerbesten Wein der ganzen Gegend. Jedem höchsten Adeligen hat diese Sorte bis jetzt am meisten gemundet und Ihr sollt schließlich nur das hochwertigste vorgesetzt bekommen. (lächelt übertrieben und schenkt dem Schneider ein)

Schneider:
(verlegen) Ich bin nicht…

Wirtin:
…nicht sicher ob Ihr mir glauben schenken könnt? (lächelt angespannt) Überzeugt Euch selbst, Eure Adeligheitigkeit.

Azubi winkt aus der Küche, Wirtin schüttelt den Kopf und symbolisiert ihr, dass sie gerade keine Zeit hat. Währenddessen nippt der Schneider vorsichtig an dem Wein. Wirtin ist darüber ganz entzückt

Wirtin:
Ihr seid wahrhaftig ein Adeliger, der einen guten Wein zu schätzen weiß. Ich bin begeistert!

Azubi:
(verzweifelt) Ich habe ein klitzekleines, riesengroßen Problem in der Küche…

Wirtin:
(genervt und pampig) Was denn? Man kann dich auch wirklich keine Sekunde allein lassen!

Wirtin merkt, dass Schneider sie von der Seite mustert und setzt ein zuckersüßes Lächeln auf, dann eilt sie in die Küche

Wirtin:
Also, woran bist du gescheitert?

Azubi:
Ich komme nicht dazu die Kartoffeln zu würzen und wollte Sie dabei um Hilfe bitten.

Wirtin:
Du hast mich in die Küche gerufen, damit ich für dich die Kartoffeln würze? Na, wenigstens hattest du einen guten Grund.

Azubi ist erleichtert.Wirtin greif nach einem Gewürz, das vor ihr steht und kippt es ungeschickt über die Kartoffeln

Wirtin:
Jetzt, mein Kind, werde ich dir erklären, wieso ich dich mit dem edelsten und teuersten Essen beauftragt habe. Also…

Azubi:
(genervt und gestresst) Ich habe gerade überhaupt keine Nerv… ich meine natürlich keine Zeit für irgendwelche Erklärungen. Wie wichtig sie auch sein mögen.

Wirtin:
(empört) Na hör mal, du wirst dafür bezahlt meinen Worten zu lauschen! Gut, da wir das geklärt haben… wo war ich? Ach ja, ich wollte dir erklären, wieso ich dich mit dem edelsten und teuersten Essen beauftragt habe. Also, ich bin mir darüber im klaren, dass das sehr teuer wird, aber das sind Adelige. Die sind erstens hohe Qualität gewohnt und zweitens ist das, was wir als teuer bezeichnen für die ein Schnäppchen. Würden wir ihnen normale Speisen servieren, würde vermutlich nie wieder einer aus der oberen Schicht bei uns eine Mahlzeit zu sich nehmen.
Azubi nickt, Wirtin kippt immer noch das Gewürz über die Kartoffeln. Azubi sieht es

Azubi:
(kreischt) Was haben sie getan? (zeigt auf das Gewürz, was die Wirtin immer noch ungeschickt über die Kartoffeln kippt) Das ist Chili!

Wirtin:
Ähm, ja und ist das in irgendeiner Weise schlimm?

Azubi:
(Nervenzusammenbruch nah) Ob das irgendwie schlimm ist? Soll dem werten Herren die Zunge verbrennen? Die Menge an Chili, die jetzt an den Kartoffeln klebt, würde normalerweise für ein halbes Jahr reichen!

Azubi versucht zu retten was zu retten ist und stellt dann das Essen auf ein Tablett, das sie der Wirtin in die Hand drückt

Azubi:
(angespannt) Und sagen sie dem Gast, er soll viel Wein zu den Kartoffeln trinken, damit das ganze nicht zu scharf wird.

Wirtin nickt, nimmt das Tablett, trägt es zum Tisch des Schneiders und stellt die Speisen vor ihm auf den Tisch

Wirtin:
Die Köchin lässt ausrichten, dass Ihr… ähm, wie war das gleich? Das Schaf soll zum Gast werden? Nein, der Gast soll zum Wein werden… ähm, greifen… Oh, jetzt weiß ich es wieder! Ihr sollt genug Kartoffeln zum Wein trinken, damit das ganze nicht zum Schaf wird!

Schneider ist irritiert. Gewissensbisse – er entscheidet sich dafür etwas zu essen und probiert zuerst die Kartoffeln. Schneider hustet/schnappt nach Luft/keucht – Azubi kommt mit zwei riesigen Milchkannen aus der Küche auf ihn zu

Wirtin:
(glücklich) Schön das es ihnen schmeckt.

Ende

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