18. Dezember

18. Türchen, Weihnachtskalender

„Es sind sieben!“, rief Will den anderen zu. Franz drehte sich im Rennen um: „Was soll uns das sagen? Außer, dass sie in der Überzahl sind, meine ich!“ „Die sieben Raben ist ein Märchen! Das sind verfluchte Jungs, die darauf warten, von ihrer Schwester…“, begann Will. Rina unterbrach ihn: „Hier rein!“ Sie stand an einer hohen Wand aus Stein, die plötzlich aus dem Waldboden ragte und der Fuß eines gewaltigen Berges war. Rina winkte die drei anderen an einen ganz bestimmten Punkt, vor dem ein Haufen Pflanzen hingen. So dicht verwachsen, dass man es glatt übersah, wenn man nicht davon wusste. Anscheinend handelte es sich um den Eingang zu einer Höhle.

17. Dezember

17. Türchen, Weihnachtskalender

Eigentlich hatte Will noch weiter mit Rina über das Buch reden wollen, doch das war ihm nicht vergönnt worden. Auf einmal war nämlich ein vermummter Reiter auf einem großen, schwarzen Pferd angeprescht gekommen. Er steuerte geradewegs auf den Stand einer jungen Frau zu, die Töpferwaren zu verkaufen versuchte (was für ein Zufall!). Fast hatte er den Stand erreicht, rutschte das Pferd plötzlich auf etwas gelben aus, verlor das Gleichgewicht und plumpste auf die Seite. Weder Rina noch Will hatten recht begriffen, was soeben passiert war, da wurden sie von hinten gepackt und ohne weitere Umschweife weggezerrt.

16. Dezember

16. Türchen, Weihnachtskalender

Auf dem Weg zum Dorf waren die elf zwei Kindern begegnet. Das waren natürlich Hänsel und Gretel, doch da sich alle Exgefangenen vorstellen konnten, wie die Knusperhexe gerade drauf war, hielten es alle – außer Ragey – für unverantwortlich, die beiden Kinder zu ihr zu lassen. Jack hatte sich dahingehend verplappert und nun waren sie dreizehn, die durch den Wald schnauften, um irgendwann in hoffentlich naher Zukunft das Dorf zu erreichen.

15. Dezember

15. Türchen, Weihnachtskalender

Es dauerte eine geraume Zeit, aber es klappte! Die Knusperhexe kam währenddessen nur zweimal vorbei. Das erste Mal, um zu verkünden, dass Will der erste im Ofen sein würde und das zweite Mal, weil sie Freude daran zu haben schien, ihren Gefangenen mitzuteilen, dass sie fantastische Braten abgeben würden. Dass ihre Braten gerade damit beschäftigt waren, ein Loch in ihre Lebkuchenwand zu futtern, fiel ihr vor lauter Lachen nicht auf. Zumal die elf auch vor dem stetig wachsenden Loch standen, sobald Ragey Alarm schlug.

14. Dezember

14. Türchen, Weihnachtskalender

Erst jetzt kam Will dazu, sich umzusehen. Er, sein Bruder, Prinz Franz, die sieben Zwerge und Rotkäppchen waren gefangen in einem düsteren Raum ohne Fenster. Es gab nur eine vergitterte Tür, durch die man in das Zimmer sehen konnte, in welchem sie noch bis vor einer Weile gesessen hatten. Wenn man von hier aus gerade in diesen schaute, viel der Blick auf den großen Kamin. Will wurde so schnell so viel klar, dass sich ein leichtes Schwindelgefühl in ihm ausbreitete.

13. Dezember

13. Türchen, Weihnachtskalender

In der Hütte stieg den zehn ein süßlicher Geruch entgegen. Will war der einzige, der misstrauisch die Nase rümpfte. Alle anderen sahen sich fasziniert um. Sie standen in einem kleinen Raum, von dem ein paar Türen abgingen. In einer Ecke führte eine schmale Treppe ins Obergeschoss. In eine Wand war ein geräumiger Kamin eingelassen, den man mit einem stabil wirkenden Gitter verschließen konnte.

12. Dezember

12. Türchen, Weihnachtskalender

Nach einer Weile bemerkte Prinz Franz, dass es zu dämmern begann. Er schlug vor, alle anwesenden sollten gemeinsam nach einem Unterschlupf für die Nacht suchen. Die Idee wurde ohne langes Zögern angenommen, denn niemand wollte auf kaltem Waldboden schlafen. Also schlug die Gruppe eine Richtung ein. Wo genau sie einen Schlafplatz finden konnten, wusste niemand so genau. Entweder man kannte sich im Wald nicht aus oder man war ein Zwerg und nicht an Dörfern oder ähnlichem interessiert. Dementsprechend planlos, wanderten die zwölf zwischen unzähligen Bäumen hindurch, die im Endeffekt alle gleich aussahen.

11. Dezember

11. Türchen, Weihnachtskalender

Ein lauter Knall ließ Prinz Franz und die Zwillinge zusammenfahren. Es kam mitten aus dem Wald. „Es ist nicht Jagdsaison! Hier dürfte niemand schließen!“, erklärte der Prinz. „Wir müssen nachsehen, was passiert ist!“, Will ging während des Sprechens schon in die Richtung, aus der der Knall gekommen zu sein schien und ließ den anderen somit keine Wahl, als ihm zu folgen.

10. Dezember

10. Türchen, Weihnachtskalender

Es war einmal eine junge Prinzessin, die hatte Haut, so weiß wie Schnee, Lippen, so rot wie Blut und Haare, so schwarz wie Ebenholz. Nach dem Tod ihrer Mutter, heiratete ihr Vater eine neue Frau. Kurz danach starb auch er, sodass die Prinzessin von da an mit ihrer Stiefmutter zusammenlebte. Diese besaß einen magischen Spiegel, der jede Frage beantworten konnte, die man ihm stellte. Die neue Königin interessierte jedoch nur eins: Wer die Schönste im ganzen Land war!
Der Spiegel antwortete jedes Mal, es sei ihre Stieftochter, die Prinzessin. Um wieder die Schönste zu sein, ließ die Königin die Prinzessin davon jagen und schickte einen Jäger hinter ihr her, der sie töten sollte.

9. Dezember

9. Türchen, Weihnachtskalender

Die beiden Prinzen und Jack sahen sich gegenseitig ängstlich an. Will hingegen dachte nach: „Rösten? Das würde bedeuten, Ihr seid… oh!“ „Wir sind vermutlich kurz davor zu sterben und mein Brüderchen denkt über die Wortwahl der bösen Fee nach!“, jammerte Jack verzweifelt. Will schüttelte heftig den Kopf und stand auf. Die schwarz gekleidete Frau beobachtete ihn genau. „Ihr sagtet nicht, dass Ihr uns töten wollt, sondern rösten! Demzufolge seid ihr ein Drache!“, sagte Will selbstbewusst. Jack sprang ebenfalls auf die Beine: „DU meinst, wie in diesem Film?“ „In was?“, fragten die Prinzen gleichzeitig. Die Brüder winkten ab.