Nettie?

Gajona, Kapitel 38

„Vorsicht!“, schrie Tom und packte Sina am Arm. Die schäbige Holzdecke schimmerte plötzlich schwarz. „Was passiert hier?“, fragte Kate panisch, denn Teile des Daches fielen auf Gajona herunter. Da hörte sogar Krieg auf mit seinem Gebrüll. Drei Soldaten kamen hereingestürmt: „Prinz Bill, was macht ihr hier? Es war klar, dass ihr wieder Ausbrecht!“ Die drei näherten sich langsam. Weit kamen sie aber nicht, denn ein riesiger Holzbalken stürzte auf sie hinab. „Schnell, raus hier! Kommt!“

Vor dem Drachenstall wollten die Freunde erleichtert ausatmen, doch da hatten sie sich zu früh gefreut. Vanessa seufzte: „Über ein ganzes Feld voller Soldaten dieses Planeten hätte ich mich mehr gefreut!“ „Keine Sorge. Die Absichten von uns und diesen Nichtsnutzen sind nicht allzu unterschiedlich!“, sagte eine Dark-Fee, die genau wie alle anderen einen langen, schwarzen Mantel mit Kapuze trug. Man sah, dass sie lächelte: „Ich glaube, irgendjemand sollte diese kleinen Insekten entfernen!“ „Was?“, fragte Leon. Da zog eine der Dark-Feen ihren Mantel aus. Es war Teräss.

Noch ehe Gajona reagieren konnte, hatte Teräss ein paar Pflanzen heraufbeschworen. „Rennt! Die Pflanzen wollen euch in ihren Blüten gefangen nehmen und dann sprühen sie so ein giftiges Gas…“ Eine der großen Pflanzen hatte Sina mit ihren Blütenblättern eingehüllt. Im Null Komma nichts waren auch die anderen gefangen und ein seltsam riechender Geruch umhüllte sie. Einer nach dem anderen fiel ohnmächtig auf die harte Erde.

„Wach auf!“ Leon wurde von Tom durchgeschüttelt. Ekaron hockte hinter ihm. „Was ist passiert?“, fragte Leon und richtete sich auf. Die beiden anderen sagten mit hängenden Köpfen: „Diese Pflanzen haben uns wohl für ne Weile außer Gefecht gesetzt… Was mit den Mädels und Bill passiert ist wissen wir nicht. Leider…“ Leon sprang auf die Beine: „Was stehen wir hier noch herum? Die sind bestimmt in Gefahr und wir tun nichts anderes, als die Soldaten zu animieren, uns zu fangen! Kommt, wir gehen sie jetzt suchen!“

Kate blinzelte. Es war dunkel um sie herum. „Leute?“ Nach ein paar Sekunden hörte sie das geräuschvolle Zittern von Sina. Kate tastete sich in der Dunkelheit voran: „Keine Angst, Sina! Ich komme.“ „Wo bist du?“, fragte Vanessa, die ganz in der Nähe sitzen musste, wenn Kate die Stimme ihres Halbzwillings richtig geortet hatte. „Hier… tolle Antwort, ich weiß. Wo sind wir?“ „Die Frage kann ich euch beantworten!“, sagte eine vertraute Stimme. Plötzlich erhellten Fackeln den großen Saal. Die fünf hockten in der Mitte. In der Tür standen Laura, Äquy, Fira, Teräss, Api und Nettie. „Du?“, fragte Kate entsetzt. Ihre Schwester nickte. „Ja, natürlich! Was dachtest du denn?“ Kate war geschockt. Das konnte nicht sein!

„Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?“, fragte Ekaron und bahnte sich den Weg durch das urwaldartige Gestrüpp des Waldes. Leon, der vorne lief, drehte sich um und nickte: „Irgendwas sagt mir, dass das hier richtig ist…“

„Schön, dass ihr diese Familienprobleme geklärt habt… Jetzt geh, Kräinetta! Ich möchte das hier allein, nur mit meiner Tochter und ihren Freunden machen. Ich habe aber einen anderen Auftrag für euch. Öffnet euch ein Portal zu einem GP und befreit alle, die sich mir anschließen wollen. Den Rest tötet ihr!“ „Ja, Api!“, grinste Nettie, „Bye, kleine Schwester!“

Tom, Leon und Ekaron kämpften sich durch ein äußerst hartnäckiges Gebüsch. Diesmal ging Tom voran. Gerade war er auf der anderen Seite angelangt: „Ihr müsst aufpassen! Kurz vor dem Ausgang ist eine Wurzel, über die dürft ihr nicht stolpern…“ Tom stand mit dem Rücken zu dem Gebüsch und sah daher nicht, wie Leon sich näherte. Auch er passte nicht auf und die beiden Jungen prallten gegeneinander. Tom fiel in ein Loch, das er gar nicht bemerkt hatte. Leon und Ekaron, der inzwischen auch angekommen war, versuchten ihrem Freund hoch zu helfen, doch ihre Arme waren zu kurz. „Ich glaube, da müssen wir halt auch runter.“, sagte Ekaron und glitt vorsichtig hinunter. Leon folgte ihm.

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