Jumper

Kapitel 13, Quontos

Bloon und ich kamen aufgeregt am Treffpunkt an. Uns erwartete bereits die hochgewachsene Blondine, die zu den Adleraugen gehörte. „Ihr seit zu spät!“, meinte sie nur und führte uns dann wortlos einige Meter weiter, bis sie vor einem Trampelpfad stehen blieb, der einen Berg hinaufführte.
„Ein Berg?! Wie geheim!“, flüsterte mir Bloon zu. Ich kam nicht um ein Lächeln herum. Glücklicherweise schien das Mädchen es nicht gehört zu haben. „Das ist der einzige Weg rauf! Man könnte natürlich den Abhang hoch gehen, aber da liegen sehr viele umgeknickte Bäume und riesige Steinblöcke und der Berg ist recht steil…“ Bevor sie weiter sprechen konnte, hatte ich Bloon am Ärmel gepackt und ihn hinter mir her, den schmalen Pfad entlang gezogen. „Entschuldige uns, aber wir haben keine Zeit für Vorträge! Wir haben Neuigkeiten!“

„Da seit ihr ja! Wieso hat das so lange gedauert?“, rief uns Sky entgegen. Ally rannte auf uns zu: „Ist einer von euch verletzt?“ Während ich Kopf schüttelnd Allys Frage beantwortete, kümmerte sich Bloon um die andere: „Die Höheren, sie haben uns aufgespürt!“ Sowohl unsere Teamkameraden als auch die Adleraugen horchten auf. „Sie haben was?“, fragte Nona Gust, die einzige unter unseren Verbündeten, die ich kannte. Zumindest ein bisschen. „Uns aufgespürt! Gefunden! Sie kennen unser Revier!“, wiederholte Bloon. Darauf folgte ein Schweigen.
Nicht mal Zenn schien diese Information lustig zu finden. Jenn wollte etwas fragen, doch ich kam ihr zuvor: „Wir wissen das, weil wir sie gesehen haben! Die halten sich für sehr schlau, aber das ist unser Gebiet! Wir kennen uns hier viel besser aus als sie und so haben wir sie auch entdeckt!“ „Und falls es jemanden interessiert: Sie sind noch vollzählig!“, ergänzte Bloon missmutig.
Auch unser Team hatte noch niemanden verloren, die Adleraugen hingegen schon! Eines er Mädchen war gestorben. Es war die gewesen, die an unserem ersten Tag hier drin an allen Pflanzen gerochen hatte, die sie gesehen hatte und zur großen Überraschung aller, war sie daran nur wenige Tage später gestorben. Ein Wort: Jumpers! Das waren winzige Wesen, die in den Blüten einer speziellen Pflanze lebten und für Makider höchst giftig waren. Kamst du einem Jumper zu nahe, sprang er dich kurzerhand an und vergiftete dich durch einen Biss. Das Problem war, dass du diesen an sich gar nicht spürtest und den Jumper konnte man nicht sehen, denn er war einfach zu klein. Die einzige Möglichkeit einen Jumperbiss zu bemerken, war ihn zu sehen, denn die Haut reagierte äußerst allergisch gegen das Gift und wurde meist ganz grün oder in seltenen Fällen gelb-braun. Diese Symptome waren dem Mädchen wohl nicht aufgefallen und so erlag sie nach wenigen Tagen dem Gift.

„Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Sky ernst. Nach ein paar Sekunden Bedenkzeit antwortete ich: „Wir machen genau so weiter, wie wir es immer tun!“ „Ernsthaft? Ich wäre ja eher für abhauen!“, das war die Blonde von den Adleraugen, die uns den Berg gezeigt hatte. Zenn lachte auf: „Wieso? Vor denen haben wir doch keine Angst!“ Unsere Verbündeten starrten auf den Boden. Vermutlich dachten sie an die Dinge, die sie über die Höheren gehört hatten.
Die Geschichten, die man über ein paar von denen erzählte, waren teilweise ziemlich einschüchternd. Einmal natürlich die Kunststücke, die Paula mit Messern vollbrachte, außerdem der Riese, der dank seiner Muskelkraft sogar einem lebenden Tier den Kopf abreißen konnte und Carl Polker, Dans jüngerer Bruder, der sich damals mit dem halben Camp geprügelt hat und nur mit einigen blauen Flecken davonkam und seither als Unverletzbar galt. Fairerweise musste man sagen, dass das alles stimmte! Bei vielen dieser Ereignisse war ich persönlich anwesend gewesen, doch Angst hatte ich vor den elf trotzdem nicht. Natürlich waren sie gefährlich und auf jeden Fall ernst zu nehmen, aber sich vom Acker machen, nur weil die unser Revier durchquerten? So verzweifelt war niemand von uns!

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