Geflohen

Gajona, Kapitel 40

„Klar!“, sagte Ekaron und der Kontakt brach ab, „Kommt schon Jungs! Wir müssen unsere Freundinnen retten und Bill auch…“

„Da wären wir. Bist du dir ganz sicher, dass das ganze hier richtig ist?“, fragte König Käwilar Leons Mutter. Diese nickte schweigend. Sie und die anderen Eltern standen vor der königlichen Burg von Spunto. Genau genommen war es eine Ruine. Überall waren große Risse oder Löcher in den bröseligen Wänden. „Lasst uns das alles schnell hinter uns bringen!“, sagte Königin Klaressa und schritt, am ganzen Körper zitternd, auf die Eingangstür zu. Die anderen folgten ihr. Die Königin schluckte einmal und klopfte dann. Die Tür wurde geöffnet. „Was macht ihr denn hier?“

Api war inzwischen wiedergekommen. „Ich hoffe euch war nicht allzu langweilig. Jetzt wird es das auf jeden Fall nicht mehr sein. Ich werde euch jetzt vernichten. Wer wird wohl der erste sein?“, sie tat so, als würde sie überlegen, doch allen war klar, dass sie Emma nehmen würde. So kam es auch. Api trat auf Emma zu, die immer noch an der Wand gefesselt war. Sie strich ihr mit ihren spitzen Fingernägeln übers Gesicht und hinterlies drei dicke, blutende Kratzer.

„Ich glaube, von diesem Hindernis hat Bill gesprochen. Eine Wand!“ Die drei Jungen standen vor dieser Wand und überlegten. „Sollen wir sie wirklich sprengen? Wir wissen doch gar nicht, was dahinter ist…“, Ekaron machte sich Sorgen. Leon dagegen sah es gelassen: „Keine Sorge! Das schlimmste, das jetzt kommen könnte, wäre, wenn dahinter ein Bad wäre und Api dort auf dem Klo hocken würde!“ Die anderen beiden lachten. Er hatte Recht und so bereiteten sie alles für eine Sprengung vor.

Api stand vor Emma. „Als Vorspeise gibt es ein bisschen dunkle Magie. Mit ihr kann ich dich kontrollieren und ich werde dich dazu zwingen, deinen lieben Freunden ein bisschen weh zu tun…“ Das sollte so nicht geschehen denn im nächsten Moment sprengte es die Wand, an der Emma hing, weg und Api wurde unter Steinen begraben. Ebenso Emma, deren Fesseln sich lösten. Auf der anderen Seite der Wand, standen Tom, Ekaron und Leon. „Leute!“, riefen sie erleichtert.

König Glouwes war mehr als überrascht, als er die sieben Erwachsenen sah. „Keine Zeit für langes Gerede! Wo sind die Kinder?“, fragte Königin Klaressa. Sie war nun zornig und kein bisschen nervös mehr. Zumindest nach außen hin nicht. Sie wiederholte die Frage noch einmal deutlich: „Wo sind die Kinder? Wir müssen sie mitnehmen! Sie werden seit Wochen von Api verfolgt!“ „Von Api?“, fragte König Glouwes entsetzt, „Ich muss euch enttäuschen, aber eure Kinder sind nicht mehr bei mir! Sie sind zusammen mit Bill abgehauen!“ „Kein Wunder!“, entfuhr es Königin Filea.

Inzwischen waren die Ketten von Gajonas Handgelenken gelöst worden und Emma hatte sich aus dem Steinhaufen befreit. Ekaron stand vor Emma. Man sah, dass es ihm etwas peinlich war. „Du… du bist kein Waisenkind! Du bist… du bist meine… meine Schwester!“, stammelte er. Verwundert fragte Emma: „Woher weißt du das? Hattest du etwa auch diese Vision?“ Ekaron nickte. „Alles schön und gut, aber wir müssen hier weg! Ich weiss weder was mit Api ist, noch wie lange es die Mädchen hier noch aushalten…“ Gajona kletterte durch die kaputte Wand zurück in den Tunnel.

Nach ein paar Minuten wurde Sina langsamer: „Wartet auf mich!“ Sie brach zusammen. Tom war sofort bei ihr. Alle schauten bestürzt auf Sina. „Hört auf den Tunnel zu schütteln!“, keuchte Vanessa und taumelte, als würde wirklich jemand an dem Tunnel rütteln, doch das tat keiner. Keine zwei Sekunden später lagen auch Emma und Kate auf dem Boden. „Was machen wir jetzt?“, fragte Ekaron entsetzt. Bill zog seinen Magie-Stab und lies die Mädchen schweben. „Das meinte ich. Zu viel negative Magie. Wenn wir wieder an der Oberfläche sind, dann müssen wir unbedingt ein Portal zu einem positiven Planeten öffnen und sie von hier weg schaffen. Vorrausgesetzt ihr nehmt mich mit…“, Bill schaute auf den Boden. Leon kam und legte ihm einen Arm auf die Schulter. „Klaro! Du bist doch unser Kumpel! Für deinen Vater kannst du ja nichts…“ Ekaron hatte wieder eine Techno-Wand heraufbeschworen: „Wo können wir am besten und am unentdecktesten durch ein Portal gehen?“ Gerade hatten sie den Ausgang des Ganges erreicht. Plötzlich wurde ihnen von hinten der Mund zugehalten. „Hier geht keiner durch ein Portal, ohne entdeckt zu werden!, sagte eine Wache.“

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