Erwachen in einer völlig neuen Welt

Kapitel 4, Quontos

Die Übelkeit überkam mich ganz plötzlich. Ohne wirklich Kontrolle darüber zu haben, schnellte ich hoch und erbrach mich. Glücklicherweise hatte ich die Zeit und die Kraft gefunden, mich zur Seite zu drehen.

„Sie hatte recht, es klappt!“, hörte ich eine Stimme sagen, während ich mir an den Hals fasste und ein stechend ätzendes Gefühl in meinem Rachen wahrnahm. Das Licht, welches den Raum erhellte, in dem ich lag, blendete mich einen Moment lang. Dann begannen meine Augen sich daran zu gewöhnen. „Schön dich wieder bei uns zu haben!“, eine Hand wurde mir entgegen gestreckt. Ich ergriff sie und wurde auf meine Beine gezogen. Erneut spürte ich den Brechreiz und schwankte ein wenig.
„Vorsichtig!“, es war Jenn. Neben ihr standen Kyra, Sky und Amphos, die auch Mitglieder der Bewahrer der Himmelslichter waren. „Willkommen zurück“, begrüßte mich Amphos. Kyra hob die Hand und Sky schlug mir kameradschaftlich auf die Schulter, was mich wieder ins Taumeln geraten ließ. „Hey, immer schön langsam!“, erklang Zenns Stimme hinter mir. Er klang kein bisschen spöttisch (was ich um ehrlich zu sein erwartet hatte). Neben ihm stand Rob. Mir fiel sofort wieder ein, was ich gehört hatte und prompt musste ich mich an Sky festhalten, um nicht der Länge nach hinzufallen. „Am besten legst du dich nochmal hin.“, meinte Jenn und bugsierte mich zu der Ecke, in der wir meist schliefen. Dort lagen Felle und der harte Boden war mit Moosen und Gräsern ausgelegt. Ich wollte widersprechen, doch bevor ich auch nur einen einzigen Buchstaben hervor brachte, fand ich mich schon liegend vor.
„Da wir das geklärt haben, können wir ja jetzt loslegen!“, sagte Amphos. Ich schaute ihn verdutzt an: „Was wollt ihr machen?“ Das war das erste, was ich seit längerem sagte und dementsprechend klang es auch. Leise, heiser, kratzig. „In den drei Tagen in den du flach gelegen hast, haben wir ein paar Probleme mit den Höheren und den Adleraugen bekommen. Es hat sich herausgestellt, dass Ally nicht zufällig in diese Lawine geraten ist, die sie dann zerquetscht hat…“, begann Zenn. Sky redete ihm einfach ins Wort: „Die lange blonde von den Adleraugen hat sie abgelenkt und ihre Teamkollegen die Lawine losgetreten!“
Ich setzte mich auf und wusste gar nicht genau, wie ich diese Information einordnen sollte. Das Team Adlerauge war eigentlich unser Verbündeter gewesen. Was hatte sie dazu bewegt, uns auf eine derartig hinterlistige Weise zu hintergehen? „Was habt ihr jetzt vor?“, wollte ich wissen. Jenn antwortete: „Wir gehen ein wenig auf Spurensuche. Wir haben den Verdacht, dass sie sich mit den Höheren verbündet haben, aber von denen ist letzte Nacht ganz in der Nähe auch eine von einer Lawine überrollt worden.“ „Irgendwas ist faul und wir finden heraus was!“, ergänzte Zenn. Die anderen nickten stumm.
Das klang ja alles sehr mysteriös. Ich wollte aufstehen und mit den anderen mitgehen, doch hielt mich Amphos zurück. „Du bleibst schön hier!“, meinte er streng, dann schaute er in die Runde, „Irgendjemand muss hier bleiben! Wir kennen doch alle Ced: Solange er laufen kann, geht es ihm seiner Meinung nach gut.“ „Das übernimmt Rob, ich meine, das hier bleiben.“, zu meinem Erstaunen wurde dies von Jenn gesagt. Zenn sog Luft hörbar die Luft ein. Rob schaute ihre Freundin warnend an, doch die meinte nur: „Wenn es ihm wieder schlechter geht, bist du die einzige, die ihm wirklich helfen kann!“ Ohne eine Reaktion abzuwarten, schwang sie sich aus der Hauptquartier. Die anderen folgten ihr und ließen mich mit Robyn allein zurück.
„Ich hoffe, nach der etwas rabiaten Art, dich aus dem Koma zu holen, geht es dir halbwegs gut.“ Ich nickte langsam. „Mehr oder weniger“, wollte ich sagen, doch es kam als ein gequältes hauchen hervor. Mit sorgenvoller Mine kam Robyn auf mich zu. „Hast du schmerzen?“ Ich schüttelte den Kopf. Das einzige, das noch schmerzte, war mein Herz, dass sich in den wenigen Augenblicken, die ich mit Rob allein war, in einen Dolch verrannt haben musste, so sehr wie es stach. „Ich lag wirklich drei Tage lang im Koma?“, fragte ich um mich von Robyns Nähe abzulenken. Sie nickte nur. „Zenn hat… er hat mir…“, platzte es aus ihr heraus, doch sie kam nicht dazu den Satz zu beenden.

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