Erschrocken

Gajona, Kapitel 37

Ray, der auf dem Boden gehockt hatte, richtete sich mühselig auf und griff nach einer Fackel, die an einer Wand hing. Diese hielt er an sein rechtes Bein. Gajona musste jedoch entsetzt feststellen, dass dort kein echtes Bein mehr war, nur ein Holzbein. Sina wäre fast in Ohnmacht gefallen. Wie konnte man nur so grausam sein?

„Api, ich habe heraus gefunden, dass die acht hier sind! Hier, bei König Glouwes.“, sagte eine Person, die in einen Mantel gehüllt vor Api kniete. Der Palast der Dark-Feen war schon seit ein paar Tagen fertig und er stand auf Spunto. Wieso wusste keine der Dark-Feen genau. Nur Api. „Hervorragend!“, grinste sie, „Ich denke, er hat sie irgendwo eingesperrt. Wenn wir wissen wo, dann können wir sie hierher holen. Also: Finde heraus, wo der liebe Glouwes die schnuckligen Kleinen gefangen hält!“

Bills Augen weiteten sich: „Aber, wer hat uns dann verraten?“ „Die Dark-Feen, die wir eingefangen haben. Die greifen uns fast regelmäßig an und manche landen dann halt hinter Gittern. Sie haben uns verraten, in der Hoffnung dadurch frei zu kommen.“, erklärte Ray. „Interessant, aber noch interessanter ist, warum ich euch auf Spinda nicht gesehen habe.“, Bill blickte seinen Freund erwartungsvoll an. Dieser sagte schnell: „Ich weiß es selbst nicht so wirklich. Als dein Vater erfahren hatte, dass ihr dorthin wollt, hat er den Soldaten verboten, euch zu folgen… aber ist egal! Ihr müsst jetzt erst mal von hier verschwinden!“ „Und wie sollen wir diese Ketten von den Händen kriegen?“, meldete sich Ekaron zu Wort. Ray zog triumphierend einen Schlüssel aus seiner Hosentasche: „Bill kann gut ausbrechen und ich habe ein bisschen Talent dabei, anderen Leuten unbemerkt Sachen zu klauen. Natürlich nur in Notfällen…“

„Du hast uns gerufen, Mutter?“ Laura, Fira, Äquy und Terräs standen vor Api. „Ja, ich möchte euch einen Auftrag geben, bevor wir endlich damit anfangen, diese… ach, ihr wisst schon. Ihr werdet nun auf der Stelle alle Dark-Feen zusammenrufen. Beeilt euch. Ich möchte, dass es alle sehen, wenn ich mich an diesem Miststück räche!“

Ray hatte inzwischen alle von den magischen Ketten befreit. „Danke.“, sagte Bill, „Ach und es tut mir leid…“ „Schon gut. Ich nehme an, du hast dich für den Weg durch den Drachenstall entschieden? Dann passt aber auf. Es ist immer noch Krieg in der Box!“ Ekaron, Tom, Leon, Sina, Emma, Vanessa und Kate schauten sich verwundert an. Krieg? „Erkläre ich euch später! Jetzt kommt mit!“

Im Geheimgang zündete Kate mit ihrer Magie alle Fackeln an. „Und durch den Gang sollen wir jetzt gehen?“, fragte Vanessa und schaute sich um, „Es gibt hier doch keine Ratten, oder?“ Bill schüttelte den Kopf: „Nein, ich habe hier seid fünf Jahren keine mehr gesehen… aber wir müssen trotzdem vorsichtig sein. Wir kommen, wie schon mal erwähnt, im Drachenstall raus. Leider in der Box von Krieg, das ist der Drache von meinem Vater. Er kann mich nicht ausstehen und hat mir deshalb diese Wunde am Bein verpasst, wenn man es Wunde nennt… wir müssen an ihm vorbei. Dann teile ich euch Drachen zu und auf denen fliegen wir dann in einen Wald.“ „Drachen? Endlich etwas für mich!“, jubelte Leon. Die anderen dagegen, die noch nie auf einem Drachen gesessen hatten, schauten einander ängstlich an. „Keine Sorge. Unsere Drachen sind alle relativ zahm…“, sagte Bill und wären sie nicht in dieser misslichen Lage, hätte er wohl gelacht. „Relativ? Das beruhigt mich ja so gar nicht!“, meinte Vanessa. Die anderen nickten zustimmend, doch Bill legte den Finger auf die Lippen und wies auf eine Holzklappe. Er öffnete sie langsam und vorsichtig.

Plötzlich kam ihnen ein Schwall Feuer entgegen. Bill wehrte ihn mit seinem eben gezückten Magie-Stab ab. Da wurde Gajona bewusst, dass es kein leichtes Spiel werden würde.

„Ganz ruhig!“ Bill versuchte Krieg zu beruhigen, doch das war nicht einfach. Der Drache fing an laut zu schnaufen. Eigentlich war es kein Schnaufen, aber anders konnte Gajona es nicht beschreiben. Auf einmal hörten sie von draußen Stimmen. „Das ist doch Krieg! Komm wir schauen mal, was er hat!“ Bill fluchte: „Du dummes Tier hast die Soldaten aufmerksam gemacht…“

Krieg schien schadenfroh zu grinsen und diese Gelegenheit nutzte Bill. Aus der Spitze seines Magiestabes kamen Seile geschossen und fesselten den Drachen, sodass er bewegungsunfähig war. „Leon, schütte ihm das über den Kopf!“, Bill deutete auf eine Flasche, die voll mit bronzenem Schleim war, „Das Zeug hilft besser gegen das Feuer, als Wasser!“ Leon befolgte die Anweisung und kaum berührte der Schleim den Drachenkopf, dampfte es gewaltig. Als Gajona wieder sehen konnte, war Krieg schachmatt. Auf einmal fing Sina an zu kreischen…

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