Die Wahrheit über Bill

Gajona, Kapitel 36

„Leute, ich will euch nicht verunsichern, aber ich glaube, das ist König Glouwes von Spunto!“ Jeder kannte den König. Also nicht persönlich, aber er war der König mit dem schlechtesten Ruf. „Mit so einer Info kann man nur verunsichern!“, sagte Vanessa ängstlich. „Hätte Bill nicht so einen Aufstand gemacht, wärt ihr nicht hier!“, sagte der König kühl. Leon suchte Bill mit den Augen und fragte stotternd: „Du sagtest doch, dass dein Vater Soldaten nach dir schickt… Heißt das etwa…“ „Ja!“, unterbrach König Glouwes Leon, „Bill ist mein Sohn! Das er das verheimlicht hat, war mir klar! Ich werde nun gehen und mir überlegen, was ich mit euch mache. Ihr könnt euch ja inzwischen mit Ray unterhalten…“ Damit ging er einfach.

Keiner sagte etwas. Es war so still, dass man hörte, wie in weiter Ferne eine Tür zugeschlagen wurde. Ray räusperte sich schüchtern „Tut mir leid, Kumpel.“, sagte er schuldbewusst. „Das Kumpel kannst du stecken lassen! Hast du mir nicht gesagt, du wärst bei deiner Großmutter? Ach, ist jetzt auch egal!“ Bill war stinksauer. „Also, ist es war. Du bist der Sohn von…“, begann Tom. Bill rastete aus: „Ja, verdammt, aber habe ich mir das ausgesucht? Das ist der Grund wieso ich keine Freunde habe! Alle die das wissen, glauben, ich wäre so wie er! Aber ich kann ihn nicht ausstehen und wenn du so weiter machst, dann kann ich dich auch nicht mehr ausstehen, Ray! Du bist ein mieser, kleiner Verräter!“ Nun wussten alle was Ray damals, bei ihrer ersten Begegnung mit Wutanfällen meinte. So kannte keiner Bill oder kannten sie ihn vielleicht überhaupt nicht?

„Prinz Tom? Tom…“, riefen alle auf Jünova. König Silk sagte ein wenig verärgert: „Lasst gut sein! Ich glaube nicht, dass er hier ist. Und auch seine Freunde sind wohl schon weg! Ich habe auch einen Verdacht wo sie alle sein könnten…“ „Was für einen Verdacht?“, fragte ihn seine Frau, doch er winkte ab. „Ich muss jetzt unverzüglich jemanden kontaktieren. Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Ich hole sie alle schnell wieder zurück!“ Schnellen Schrittes und gar nicht so sicher wie er vor seinem Volk gewirkt hatte, ging der König in den Konforenzraum wo er, wie er es zu seiner Frau gesagt hatte, jemanden zu sich, nach Jünova, bat.

Emma versuchte näher an Bill heran zu rutschen. „Das stimmt! Du hast es dir nicht ausgesucht! Ich verstehe das. Ich habe mir auch nicht ausgesucht, ein Waisenkind zu sein…“, sie versuchte Bill zu beruhigen und ein bisschen half es auch. Zumindest schrie er nicht mehr. „Besser ein Waisenkind, als einen Vater zu haben, der einen behandelt, als wäre man eine Puppe, die alles macht, was man ihr sagt!“, flüsterte er vor sich hin, doch Emma verstand jedes Wort und wurde nun auch sauer. „Jetzt halt mal die Luft an! Du weißt nicht, was du da eben gesagt hast! Als Waise ist die Chance, dass du nicht gehänselt wirst, ziemlich gering! Ich durfte auf keinen Ausflug mitkommen, weil man die Unterschrift eines Elternteils brauchte! Die Frau, die mich aufgezogen hat, durfte nicht… wir sind nicht Blutsverwandt! Wenn ich mal einen Mega-Hit komponiert habe, wurde er mir von den Lehrern abgenommen und anderen Schülern gegeben, die Eltern haben! Es ist schlimm! Du hast einen Vater und einen Freund. So etwas hatte ich nie! Überleg´ mal, wie gut du es hast, auch wenn dein Vater kein toller ist!“ Es brachte Bill anscheinend schon ein bisschen zum nachdenken.

Königin Isabel, König Rip, König Käwilär, Königin Filea, Königin Klaressa und Königin Rina standen im Konferenzraum von Jünova. Natürlich war auch König Silk anwesend. „Was?“, fragte Königin Klaressa empört, „Glouwes hat die Kinder entführen lassen?“ Ein betroffenes Schweigen war die Antwort. „Was sollen wir tun?“, König Silk war ratlos. Im Gegensatz zu König Rip: „Wir gehen einfach hin und fordern sie zurück! So, hätten wir es auch früher getan!“

„Wie wäre es, wenn ihr hier verschwindet?“, fragte Ray stotternd. Vanessa schaute ihn grimmig an: „Wie denn du Schlaumeier?“ Ray deutete wortlos auf das `Bett`. „Bill, es tut mir leid und ich schwöre dir, dass ich euch alle nicht verraten habe!“, sagte er nach einer kurzen Pause. „Ich kann es dir beweisen…“

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