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Kapitel 7, Quontos

Ich drehte mich um. Jenn. Sie sprudelte ohne Luft zu holen los: „Tut mir leid, dass ich das einfach so ausgeplaudert habe, aber ich war so aufgeregt. Rob und ich reden da jetzt schon seit Jahren drüber und dann passiert es ausgerechnet hier und jetzt, wo ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe…“ „Alles in Ordnung, Jenn“, unterbrach ich sie lächelnd. Ich hatte, um ehrlich zu sein, die Sorge, sie würde während des Sprechens aufgrund von Luftmangel blau anlaufen. „Wenn du es nicht angesprochen hättest, wäre Zenn derjenige gewesen, welcher!“ „Da kannst du Gift drauf nehmen.“, auf einmal tauchten hinter mir auch noch Zenn und Rob auf.

Einige Minuten später hatten sich die anderen neben mich gesetzt. Zuerst hatte niemand so recht gewusst, wie er ein vernünftiges Gespräch anfangen sollte, doch irgendwann brach das Schweigen.
„Wir werden jetzt aber nicht andauernd versetzt, weil ihr zu beschäftigt mit knutschen seid, hoffe ich!“, alle mussten über Zenns Kommentar lachen. Am meisten er selbst. Rob antwortete verschmitzt: „Wir werden uns bemühen…“ Ich stieg mit ein: „Du wirst als mein bester Freund aber wohl trotzdem an zweite Stelle rutschen! Wenn ich mich demnächst dann noch dazu entscheide, Xenia zu befördern, wird es richtig eng für dich werden.“ Zenn lachte. Jenn sah mich besorgt an. „Du hast an Xenia gedacht?“ Ich nickte. „Ich habe mir überlegt was wäre, wenn ich hier drin sterben würde.“, erklärte ich ruhig. Niemand hier drin konnte mir weiß machen, noch nie über dies nachgedacht zu haben. Rob legte einen Arm um mich: „Das wird aber nie passieren! Wir werden den Quontos gesund und munter überleben! Alle vier!“ Zenn hustete und spuckte. „Sorry Leute, aber ich habe eine Kuschelallergie! Bei Turteltauben ist das besonders schlimm!“ Er nieste. Jenn schlug ihm gegen den Unterarm: „Ist doch süß!“ „Süß?“, Rob sah mich an. Dann gab sie mir völlig unvermittelt einen Kuss. Zenn röchelte und ließ sich anschließend auf den Rücken fallen, während er seine Arme in die Höhe streckte. „Das Licht… ich sehe das Licht!“, stammelte er, schüttelte sich aber gleichzeitig vor lachen. Jenn holte erneut zum Schlag aus, doch ich hielt sie zurück. „Bleibt mehr Essen für uns, heute Abend.“ Sofort war Zenn wieder bei uns. „Essen? Ich bin hungrig wie ein Troll!“, damit verschwand er in der Höhle. Gefolgt von Jenn, die ihm drin wohl doch noch eine verpassen würde, da war ich mir sicher.
„Xenia ist jemand ganz besonderes für dich, nicht war?“, fragte Rob. Ich antwortete ohne zu zögern: „Ja, auf jeden Fall! Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll… sie ist wohl genau das, was ihr auch für mich seid: eine extrem gute Freundin, die immer da ist!“ „Außerdem ist sie deine kleine Schwester und du würdest sie gerne vor allem beschützen, oder?“ „So ist es, aber wieso fragst du mich das alles?“, wollte ich wissen. Rob schluckte: „Ich habe keine Geschwister, aber manchmal fühlt es sich so an, als wärt ihr das für mich. Zenn, Jenn und du und Xenia gehört wohl auch irgendwie dazu… ich weiß nicht, was ich ohne euch machen würde!“ Wir schwiegen. Ich würde es auch nicht wissen! Wenn ich auch nur einen von den vieren verlieren würde…
„Zum Glück wird das nicht passieren! Wir haben schon fünf Aufgaben gelöst und sind bestimmt bald hier raus!“, meinte Robyn. In dem Moment wurde mir etwas klar: „Ja, wir sind dann draußen, aber was wird aus den nächsten?“ „Aus wem?“, Rob schien mir nicht ganz folgen zu können. „Den Makidern, die nach uns am Quontos teilnehmen werden?! Sie werden irgendwann an dem gleichen Punkt ankommen wie wir! Wenn ich mir vorstelle, dass Xenia…“, mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Rob schlang die Arme um mich. Ihr Mund war nun ganz dicht neben meinem Ohr: „Du weißt, dass wir niemanden daran hindern können hierbei teilzunehmen. Uns haben es genug Leute auszutreiben versucht! Haben wir auf einen von ihnen gehört?“

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