Die Bewahrer der Himmelslichter

Kapitel 1, Quontos

Atemlos blieb ich stehen. Ich wollte weiter hinauf, doch waren meine Beine auf einmal so schwer wie Blei. Statt den schmalen Trampelpfad also weiter hinauf zu rennen, schleppte ich mich mit letzter Kraft hinter einen dicht bewachsenen Busch, hinter dem ich unbemerkt zusammenbrechen konnte. Um mich herum, begann sich alles zu drehen. Sogar die Geräusche schienen in einer Art Spirale an meinen Ohren vorbei zu rauschen. Ein paar Vögel zwitscherten, der Wind wehte durch die Baumkronen und erzeugte ein gleichmäßiges Rauschen der Blätter, in der Nähe knackte ein Ast, Schritte… Schritte? Augenblicklich presste ich die Hand auf meinen Mund. „Weit kann er nicht sein!“, schrie Dan Polker – der Anführer der „Höheren“. Es folgte zustimmendes Grölen seiner Gefährten. Sie verfolgten mich bereits seit vier Stunden. Anfangs waren sie zu neunt gewesen, aber Spex war vor unseren Augen von einem Berglöwen zerfetzt worden und der kleine Bruder von Igor Cuze – ich wusste weder wie er hieß, noch wie er es in dem Alter zum Quontos geschafft hatte – war in ein Erdloch gefallen, sodass es nur noch sieben Verfolger waren, die Nutzen aus unseren Fortschritten ziehen wollten. Ich sollte wohl entweder als Geisel dienen oder gefoltert werden, bis ich sprach. Wobei das natürlich niemals passieren würde! Ich würde nie im Leben meine Leute verraten, das hatte ich geschworen und würde es auf ewig durchziehen!