Der Albtraum beginnt

Kapitel 6, Marendie

Schweißgebadet schreckte ich hoch. Dieses Erlebnis… jetzt verfolgte es mich sogar in meinen Träumen! Für alle Realisten, ja es ist passiert! Wirklich, echt, real passiert! Ich wusste ja selbst nicht genau wie, aber wie sollte ich denn auch, wenn alles so unwirklich schien. Unwirklich, so nannte ich es! Die anderen behaupteten, es sei völliger Humbug… Quatsch, es sei verrückt. Ich sei verrückt. Doch ich hatte mir das nicht eingebildet oder gar ausgedacht! Ich war nicht verrückt! Wütend, verwirrt und traurig, ja, aber nicht verrückt!

Nanny Nini

Kapitel 4, Marendie

Schuldbewusst blickte ich in das Gesicht meines Vaters. Dadurch erhoffte ich mir eine Strafminderung, doch damit sah es heute schlecht aus. „Mara, um dir ein für alle mal klar zu machen, dass du nicht stehlen darfst, haben deine Mutter und ich beschlossen dich hier zu behalten. Du wirst hier wohnen bleiben und auch wieder hier zur Schule gehen.“ Ich wusste nicht genau, was ich sagen sollte. Einer Seits war ich belustigt über die Wortwahl meines Vaters. Stehlen! Aber anderer Seits war ich geschockt. Meine alte Schule? Nein, danke! Ich musste mir schleunigst etwas ausdenken… aber was?

Damals

Kapitel 2, Marendie

Mein Vater schmiss den Schlüssel geräuschvoll auf den Tisch. Auf der Nachhausefahrt hatte keiner auch nur ein Wort gesprochen. Es war durchgängig still gewesen und das eine knappe halbe Stunde lang. Auch jetzt sprach keiner. Ich deutete an, dass ich auf den Dachboden gehen wollte. Das wunderte meine Eltern nicht, denn da sie immer auf Dienstreise waren und ich früher bei meinem Opa gewesen bin, brauchte ich kein extra Zimmer in meinem Elternhaus. Daher stand auf dem staubigen Dachboden ein Bett, für das ich ehrlich gesagt schon lange zu groß war und eine Art Schrank. Gerade bei diesem sogenannten Schrank zweifelte ich daran, dass meine Eltern reich waren, aber das waren sie… Leider!

Tod?

Kapitel 1, Marendie

Die Wolken waren grau. Sie passten genau zu der Stimmung, hier auf dem Friedhof. Ich wusste nicht so recht, warum meine Mutter mir ins ganze Gesicht schwarze Schminke geschmiert hatte, denn die zerlief eh nur. Alle weinten und schauten auf das dunkle Grab, in das vor wenigen Minuten der Sarg meines Opas gelegt wurde. Da entdeckte ich einen von den Typen, die immer das Testament vorlassen. „Jupter Mike Gentie ist vor wenigen Tagen von uns gegangen. Mein herzliches Beileid. Bevor ich nun sein Testament verlese, halten wir eine Schweigeminute ab.“, sagte der Mann und auf einmal waren alle Still. Ich war noch nie auf so einer Beerdigung gewesen. Es machte mich alles hier sehr traurig und diese merkwürdige Schweigeminute kam mir vor, als wäre es in Wirklichkeit eine Schweigestunde. Endlich begann der Mann wieder zu sprechen. Er las das Testament vor.