Angsthasen und Feiglinge

Kapitel 15, Marendie

Zum zweiten Mal an diesem Tag stand jemand hinter der Tür, von dem ich es nicht erwartet hätte. Es waren Leopolds Geschwister. „Wen haben wir denn hier?“, meinte Benjamin, dem man ansah, dass er schon vorher gewusst hatte, dass wir uns hier drin befanden. Clara kletterte zu uns und zog mich auf die Beine. „Alles in Ordnung?“, fragte sie. Ich schaute an mir herab: „Geht schon!“
Während Clara und ich auf dem asphaltierten Vorplatz der Fabrik standen, fummelte Benjamin an den Fesseln seines großen Bruders herum. „Hab‘s!“, rief er. Als auch beide Jungs neben uns standen, berieten wir, wie wir vorgehen sollten. „Die Fabrikhalle ist ziemlich groß, also schlage ich vor, dass Ihr zwei zusammen reingeht und ich nehme Mara mit.“, meinte Leopold ohne eine Spur Dankbarkeit oder etwas ähnliches in der Stimme. Das schien auch seinen Geschwistern aufzufallen. „Wie wäre es mit einem Danke?“, fragte Benjamin ungläubig. Sein Bruder lächelte ihm ironisch zu. „Die Fesseln waren schon beinah ab und die Tür hätte ich auch von innen öffnen können… Jetzt kommt! Wir haben später für alles Zeit!“