Bekannte

Kapitel 13, Marendie

„Was macht ihr denn hier?“, Leopold war ehrlich überrascht. Er schaute Benjamin und Clara verwirrt an. Die beiden standen nun neben mir und erwiderten seinen Blick. Allem Anschein nach war es jedoch keine schöne Überraschung, denn mit jeder Sekunde verfinsterten sich die Mienen der drei. Plötzlich fiel mir etwas beunruhigendes auf. Hatte ich mich nicht gestern noch gefragt, ob ich Leopolds Nase an irgendjemand schon mal gesehen hatte? Jetzt wusste ich an wem. Um genau zu sein, waren es zwei Jemande…
„Ihr seid doch nicht etwa Geschwister, oder?“, fragte ich diesmal ganz bewusst. Wenn ich diese Frage zurückgehalten hätte, wäre sie mir eh heraus gerutscht, also stellte ich sie lieber gleich. „Wie kommst du denn darauf?“, Claras Stimme triefte vor Ironie. Also war es wahr, aber wie konnte das bitte sein? Waren meine neuen Freunde dann etwa auch solche… solche Maki-Dingsda, wie Leopold? Kannten die beiden Tüllkrönchen? Wieso wussten sie nicht voneinander, das sie hier waren?
In meinem Kopf sprangen mindestens eine Millionen Fragen wild durcheinander, als Leopold plötzlich wütend sagte: „Ich nehme Mara mit!“ Erneut griff er nach meinem Arm und auch dieses mal entriss ich ihn ihm sogleich wieder. „Ihr glaubt doch nicht etwa, dass ich einfach diesen ganzen Müll glaube, den ihr mir auftischen wollt?! Ich will eine Erklärung!“, meinte ich. Clara und Benjamin tauschten still Blicke aus, dann nickten sie. „Das könnt ihr vergessen!“, rief Leopold genervt, „Ich wurde doch nicht von dem Königshaus von Fatuhr hierher geschickt um unsere Verwandtschaftsverhältnisse zu erklären! Ich bin auf einer wichtigen Mission und ihr werdet mir das nicht vermasseln!“ „Mara, ist unsere Mission!“, erwiderte Benjamin finster.