Besen oder Mytop

Kapitel 1, Mira und Jon

„Kommst du Jon? Wir wollen los!“, rief Miranda, auch Mira genannt. Jonley, der lieber mit Jon angesprochen wurde, raste die Treppe hinunter und krachte volle Kanne gegen den Schrank im Flur. „Aua! Seid wann steht denn hier ein Schrank?“, er erwartete eine Antwort wie: `Schon immer!` oder `Du bist echt ein Depp!`, aber sein Vater, der gerade eben die Treppe herunter kam knurrte mit schlechter Laune: „Seid eure Mutter der Meinung war, dass der Flur zu kalt und leer sei…“ Seine Frau räusperte sich extra laut, damit jeder mitbekam, dass sie am oberen Ende der Treppe stand. „Das habe ich gehört!“, rief sie mit hoher Stimme. Der Vater, der beiden Kinder wollte anscheinend etwas erwidern, aber als sein Blick auf Mira und Jon fiel, verkniff er es sich. „Na los!“, winkte er, „Ab zum Mytop…“ Ein Mytop war eine Art Bulli nur, dass es fliegen konnte, und auf einigen Planeten von Spletz, eines der normalsten Dinge der Welt war. Spletz war die Zauberdimension und wie der Name schon sagt, lebten dort Hexen und Zauberer, aber auch Magier und Feen (Dark-Feen).

Erneut unterbrach seine Frau ihn: „Mytop? Ich habe mich wohl verhört, oder hast du das tatsächlich gesagt? Wir fliegen doch auf unseren Besen!“ „Besen? Ja, klar. Und wo sollen wir dann das Gepäck der beiden verstauen? Etwa am Stiel baumeln lassen? Ne ne, meine Liebe, wir bringen die Kinder mit meinem Mytop nach Sandrix!“ „Müsste es nicht unsere Entscheidung sein, wie wir zu unserer Schule Sandrix kommen?“, fragte Mira ihre Eltern. Jon sah es genauso: „Ja, Mira hat recht! Wir müssen rechtzeitig da sein, dass werden wir nie, wenn ihr euch jetzt zofft!“

Die Mutter der beiden sagte hochnäsig: „Ihr wollt los? Aber fertig seid ihr beiden noch nicht! Miranda, du ziehst deine Schuluniform schon mal an und du, Jonley, wirst erst einmal deine Schuhe ordentlich binden!“ Wütend rief Jon: „Du weißt es genau! Das machst du immer wieder und jedes mal mit Absicht! Jetzt also zum 100000mal: Ich hasse es, Jonley genannt zu werden! Ich heiße Jon, auch wenn das so nicht in meiner Geburtsurkunde steht! Egal… Jon, Mum, Jon!“ „Kommt Kinder! Eure Sachen sind im Mytop! Lasst uns los fahren.“, der Vater wante sich an seine Frau, „…und wenn du ein Problem damit hast, dann komm eben nicht mit!“

Eine Stunde später saßen Mira, Jon und derren Vater im Mytop. So richtig vermissten sie ihr pingelige Mutter nicht. Sie freuten sich eher auf ihre Freunde; die abenteuerlustige Luna, den zerstreuten Jupiter und den schlauen Mars, der seid einem Jahr mit Miranda zusammen war. Plötzlich unterbrach der Vater sie: „Na, habt ihr Lust am Fuße des Moundriffers zu landen. Ihr wisst schon, der Berg auf dem Sandrix steht.“ Die Geschwister nickten begeistert.

Als sie gelandet, und sich von ihrem Vater verabschiedet hatten, gingen die beiden zu dem Trampelpfad, auf dem sie auf die Bergspitze gelangten. Auf einmal bemerkte Jon drei dunkle Gestalten, die auf sie zuzukommen schienen. Auch Mira hatte sie entdeckt. Gleichzeitig riefen die beiden: „Leute, der Trick ist uralt!“ Daraufhin nahmen die drei anderen grinsend ihre Kapuzen ab. „Euch zwei kann man einfach nicht reinlegen.“, meinte Mars und gab Mira einen Kuss, woraufhin sein Zwilling Jupiter und Jon angeekelt die Augen zusammen kniffen. Obendrein sagte Jupiter noch: „Du verschwendest unsere wertvolle Spucke an Mira! Ekelig!“ Jon lachte. Luna hingegen schlug den beiden Jungen einmal auf die Köpfe: „Das sagt ihr doch nur, weil ihr keine Freundinnen habt…“ Jupiter überlegte kurz, dann zog er Luna zu sich heran und küsste sie. Luna war davon nicht wirklich begeistert. Im Gegenteil, sie spreizte zwei Finger und im Nächsten Moment lag Jupiter mit der Nase im Staub. „Wie war das mit der wertvollen Spucke?“, fragte Mira lachend.

Als die Freunde auf der Spitze des Berges angekommen waren, sahen sie Sandrix. Die Schule sah aus, wie vor den Ferien. Auch der Grenzfluss floss noch an der Stelle, an dem er bei der letzten abreise geflossen war. Ehrlich gesagt, war es auch in Spletzt nicht häufig, dass sich so etwas verendert… „Es ist immer wieder schön hierher zurück zu kommen!“, meinte Miranda. Ihre Freunde waren anderer Meinung. Mars zum Beispiel: „Das einzig tolle sind die Stunden bei Dr. Finton und die Streiche die wir jedes Jahr spielen!“ „Diesbezüglich soll ich euch übrigens noch etwas von der Schulleitung ausrichten…“, sagte Mira, die im letzten Schuljahr stellvertrehtende Schulsprecherin war, „Streiche werden nicht verboten dieses Jahr, aber die harmlosen Telosdracheneier, gegen Eier von Neunbeißern auszutauschen sollte besser nicht mehr vorkommen! Es hat Wochen gedauert, bis die neun Wunden dieses Erstklässler geheilt waren. Es stand sogar im Magieschlund, einer der Klatsch und Tratsch Zeitungen, „Neunköpfiges Problem in Sandrix, wer war Schuld“? Also, das nächste mal bitte harmloser, verstanden, Luna?“ Die kleine, rothaarige Schülerin nickte verlegen. Nach der ehemaligen Schulsprecherin, war sie die Königin der Streiche.

Eine kleine Weile später, standen sie in den langen Fluren von Sandrix. Sie kannten sich alle gut aus. Die fünf quatschten so laut, dass sie nicht bemerkten, wie Dr. Finton auf einmal hinter ihnen stand. „Ach, die Radauboltzen, meine Lieblingsschüler!“, rief er lauthals. Die Freunde grinsten ihn an. Genauso, wie sie seine Lieblinge waren, war er auch ihr lieblings Lehrer.

Ein Kommentar zu “Besen oder Mytop

  1. Liebe Leserinnen und Leser,
    als erstes, möchte ich mich dafür entschuldigen, dass in letzter Zeit so wenige Geschichten kommen. Sobald ich mit Gajona 2 anfange, kommt wieder regelmäßig etwas. Ehrlich gesagt, ist das aber nicht der Grund, warum ich heute ein Kapitel von der neuen Geschichte Mira und Jon online gestellt habe. Es ist nämlich so, dass ich genau heute vor einem Jahr mein erstes Kapitel von Gajona und gleichzeitig überhaupt das erste Mal etwas online gestellt habe. Blogschokola.de ist also jetzt ein Jahr alt. Ich wünsche Happy Birthday 😀

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